Arztpraxis Bendestorf - Madeleine-Kathrin Royko

 
 

Medikamentöse Therapie 

 

Es ist ein Segen, dass es wirksame Medikamente gibt und doch ist die Gabe jedes Medikamentes ein Eingriff in das komplizierte Gefüge des Körpers. Deshalb empfehle ich bei leichteren Krankheiten gerne pflanzliche Produkte, etwa zum Lösen des Schleims, bei leichter Nervosität oder leichter depressiver Verstimmung. Bei manchen Gelenkbeschwerden hilft vielleicht eine Salbe statt eines starken Medikamentes oder eine Wärmebehandlung. Auch Krankengymnastik ist bei vielen Befunden besser, als ständig starke Schmerzmittel zu schlucken. Die Bemühungen für eine sanfte Therapie geraten aber leider irgendwann an ihre Grenzen und dann bin ich froh, dass man dem Patienten noch intensiver helfen kann. In diesem Fall muss man aber wissen, dass die Gefahr ernster Nebenwirkungen vorhanden ist.

Antibiotika sind wertvolle Medikamente. Trotz sorgfältiger Auswahl und Abwägen kann es aber gravierende Nebenwirkungen geben. So wird vielen Menschen z.B. bei einer Lungenentzündung damit das Leben gerettet, aber in seltenen Fällen können ernste unerwünschte Wirkungen bis zum Todesfall auftreten. Deshalb muss vor der Gabe jedes stärkeren Medikamentes ein Abwägen stehen. Ist die Therapie wirklich so wichtig, dass ich im Extremfall auch eine ernste Nebenwirkung hinnehmen würde? 

Besonders kompliziert wird es, wenn ein Patient sehr viele Medikamente einnehmen muss. Leider kommen manchmal verschiedene Krankheiten zusammen, so dass der Patient eine Vielzahl von Medikamenten einnehmen muss. Auch hier ist ein Abwägen nötig. Ich kenn viele Patienten, die an die zehn verschiedene Medikamente benötigen, weil sie so viele Krankheiten haben. Das Anliegen muss aber bleiben, ständig kritisch zu überlegen, ob noch alle Tabletten notwendig sind. Es kann sein, dass vor einigen Jahren ein bestimmtes Medikament nötig war, jetzt nicht mehr. Besonders im Alter kann die Einnahme sehr vieler Medikamente gleichzeitig auch Gefahren mit sich bringen. 

Wenn ich Tabletten verordne, denke ich als Arzt in Wirkstoffen. Wenn ich z.B. Ramipril verordne, dann will ich sicher sein, dass der Patient auch tatsächlich diesen Wirkstoff in der verschriebenen Stärke erhält. Wenn ich 5mg rezeptiere, will ich sicher sein, dass der Patient in der Apotheke nicht versehentlich die Stärke 10 erhält. Auch möchte ich sicher sein, dass der Patient genau die richtige Zahl an Tabletten einnimmt. Dazu gehört auch, dass die verordneten Medikamente nur in einer guten kontrollierten Qualität abgegeben werden von der ich weiß, dass 5mg wirklich 5mg sind und nicht vielleicht nur 4. Der Hersteller dieses Medikamentes ist mir relativ gleichgültig. Mir selbst wäre es völlig egal, ob ich das Medikament von 1A, CT, Hexal, Ratiopharm o.ä. erhalte. 

Viel wichtiger ist es, dass sich zwischen Arzt und Patient hinsichtlich der Dosierung keine Missverständnisse eingeschlichen haben. Dabei hilft ein Medikamentenplan. Sprechen Sie mich auf die Ausstellung eines solchen Planes an, gerade wenn Sie mehrere Medikamente einnehmen müssen. Dies trägt zu einer höheren Medikamentensicherheit bei.

 






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